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Lausitzer Rundschau vom 10.01.2002

Stephan Mellack kündigt Abschied vom USV an

Handball: Wechsel zum Lokalrivalen HC Cottbus ist so gut wie perfekt

Sportlich ist der USV Cottbus wieder auf Kurs. Sollte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen verfestigen, stehen die Chancen auf ein weiteres Jahr in der 2. Handball-Bundesliga Nord in der Lausitz nicht schlecht. Ein Spieler ist dann nicht mehr dabei: 
Stephan Mellack.


Von Thomas Juschus

Der 22-Jährige kündigte gestern gegenüber der RUNDSCHAU seinen Abschied zum Saisonende an. "Ich werde beim USV Cottbus keinen neuen Vertrag unterschreiben " , sagte Stephan Mellack. Ausschlaggebend dafür, dem Verein, bei dem er seit kleinauf Handball spielt, den Rücken zu kehren, ist die nach wie vor angespannte finanzielle Lage des USV. "Seit drei Jahren laufe ich meinem Geld hinterher. Irgendwann ist eine Grenze erreicht " , sagte Mellack und betonte, sein Entschluss habe nichts mit der Mannschaft oder Trainer Peter Melzer zu tun. Mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird sich der Rückraumspieler (bisher 40 Saisontore) dem Regionalligisten HC Cottbus anschließen, wenn der Verein die Regionalliga-Zugehörigkeit behält. Stephan Mellack bestätigte eine Anfrage. "Bei diesem Angebot kann ich eigentlich nicht nein sagen " , sagte er. Nach RUNDSCHAU-Informationen unterschreibt Mellack beim HC Cottbus einen Zwei-Jahres-Vertrag mit der Option, jederzeit in die 1. Bundesliga wechseln zu können. Mellack ist nach Laszlo Baruta, der zum Saisonende seine Laufbahn beenden wird (die RUNDSCHAU berichtete), bereits der zweite Leistungsträger, der den USV verlässt. Ob es bei zwei Abgängen bleiben wird, scheint indes mehr als fraglich. Kein Geheimnis ist, dass Lars Melzer von mehreren ambitionierten Vereinen beobachtet und umworben wird. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler hat mit einer sehr stabilen Saison auf sich aufmerksam gemacht. Darüber hinaus bietet der USV- "Talenteschuppen " weitere interessante "Schnäppchen " .
Spieler-Verträge laufen aus
Die USV-Spieler sind auch aus einem weiteren Grund für die Konkurrenz attraktiv: Mit Ausnahme von Christoph Schindler laufen alle Verträge zum Saisonende aus. Falk Meier besitzt überhaupt keine Vereinbarung mit dem USV. Gespräche der USV-Führung über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ­ im professionellen Handball im Januar eigentlich fast schon überfällig ­ hat es bisher nur zögerlich oder gar nicht gegeben. "Einige Vereine sind mit der Saisonvorbereitung und der Kaderzusammenstellung einfach schneller " , wundert sich USV-Kapitän Stephan Swat, der keine Signale hat, wie es in der kommenden Serie personell beim USV weitergehen soll. USV-Trainer Peter Melzer hat angesichts des drohenden Auseinanderfallens "seiner " Mannschaft erneut zu einer gemeinsamen Initiative von Vereinen, Wirtschaft und Politik für den Cottbuser Handball aufgerufen. Von einem Wechsel seiner Zöglinge zum Lokalrivalen HCC rät er dringend ab: "Ich nehme niemandem übel, wenn er zu Post Schwerin oder dem ThSV Eisenach wechselt. Ich traue vielen Spielern zu, eine gute Rolle in der 1. Liga zu spielen. Aber in den bezahlten Volkssport zu gehen, dafür habe ich kein Verständnis " , sagte Melzer. Stephan Mellack will dennoch den sportlichen Rückschritt in die Regionalliga wagen, schließlich soll er nur vorübergehend sein. "Wir wollen in der nächsten Saison in die 2. Liga aufsteigen " , so Mellack. Bis er mit dem HCC-Logo auf dem Trikot aufläuft, will er sich weiter vollends für den USV Cottbus einsetzen. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ist auch sein erklärtes Ziel "Ich werde alles versuchen, diese Saison ordentlich zu Ende zu spielen und alles dafür geben, dass der USV sportlich das Ziel schafft. "