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Der 22-Jährige kündigte gestern gegenüber der
RUNDSCHAU seinen Abschied zum Saisonende an. "Ich werde beim USV Cottbus
keinen neuen Vertrag unterschreiben " , sagte Stephan Mellack.
Ausschlaggebend dafür, dem Verein, bei dem er seit kleinauf Handball spielt,
den Rücken zu kehren, ist die nach wie vor angespannte finanzielle Lage des
USV. "Seit drei Jahren laufe ich meinem Geld hinterher. Irgendwann ist
eine Grenze erreicht " , sagte Mellack und betonte, sein Entschluss habe
nichts mit der Mannschaft oder Trainer Peter Melzer zu tun. Mit 99-prozentiger
Wahrscheinlichkeit wird sich der Rückraumspieler (bisher 40 Saisontore) dem
Regionalligisten HC Cottbus anschließen, wenn der Verein die
Regionalliga-Zugehörigkeit behält. Stephan Mellack bestätigte eine Anfrage.
"Bei diesem Angebot kann ich eigentlich nicht nein sagen " , sagte
er. Nach RUNDSCHAU-Informationen unterschreibt Mellack beim HC Cottbus einen
Zwei-Jahres-Vertrag mit der Option, jederzeit in die 1. Bundesliga wechseln zu
können. Mellack ist nach Laszlo Baruta, der zum Saisonende seine Laufbahn
beenden wird (die RUNDSCHAU berichtete), bereits der zweite Leistungsträger,
der den USV verlässt. Ob es bei zwei Abgängen bleiben wird, scheint indes
mehr als fraglich. Kein Geheimnis ist, dass Lars Melzer von mehreren
ambitionierten Vereinen beobachtet und umworben wird. Der ehemalige
Junioren-Nationalspieler hat mit einer sehr stabilen Saison auf sich
aufmerksam gemacht. Darüber hinaus bietet der USV- "Talenteschuppen
" weitere interessante "Schnäppchen " .
Spieler-Verträge laufen aus
Die USV-Spieler sind auch aus einem weiteren Grund für die Konkurrenz
attraktiv: Mit Ausnahme von Christoph Schindler laufen alle Verträge zum
Saisonende aus. Falk Meier besitzt überhaupt keine Vereinbarung mit dem USV.
Gespräche der USV-Führung über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im
professionellen Handball im Januar eigentlich fast schon überfällig hat
es bisher nur zögerlich oder gar nicht gegeben. "Einige Vereine sind mit
der Saisonvorbereitung und der Kaderzusammenstellung einfach schneller "
, wundert sich USV-Kapitän Stephan Swat, der keine Signale hat, wie es in der
kommenden Serie personell beim USV weitergehen soll. USV-Trainer Peter Melzer
hat angesichts des drohenden Auseinanderfallens "seiner " Mannschaft
erneut zu einer gemeinsamen Initiative von Vereinen, Wirtschaft und Politik für
den Cottbuser Handball aufgerufen. Von einem Wechsel seiner Zöglinge zum
Lokalrivalen HCC rät er dringend ab: "Ich nehme niemandem übel, wenn er
zu Post Schwerin oder dem ThSV Eisenach wechselt. Ich traue vielen Spielern
zu, eine gute Rolle in der 1. Liga zu spielen. Aber in den bezahlten
Volkssport zu gehen, dafür habe ich kein Verständnis " , sagte Melzer.
Stephan Mellack will dennoch den sportlichen Rückschritt in die Regionalliga
wagen, schließlich soll er nur vorübergehend sein. "Wir wollen in der nächsten
Saison in die 2. Liga aufsteigen " , so Mellack. Bis er mit dem HCC-Logo
auf dem Trikot aufläuft, will er sich weiter vollends für den USV Cottbus
einsetzen. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ist auch sein erklärtes
Ziel "Ich werde alles versuchen, diese Saison ordentlich zu Ende zu
spielen und alles dafür geben, dass der USV sportlich das Ziel schafft.
"